Mirjam Müntefering am 23. Oktober in Saarlouis

„Ich bin ich – ich hab’s zu sagen mit mir.“ Vielleicht wusste die Politikertochter schon im Alter von sechs Jahren, dass da etwas nicht stimmte mit ihr. Heute ist Mirjam Müntefering bekennende („Ich bekenne mich lesbisch? Das klingt wie: Ich bekenne mich schuldig!“) Lesbe, Autorin, Besitzerin einer Hundeschule, „Tochter und viel mehr“ (so der Titel ihres neuen Buches).


Am vergangenen Donnerstag (23. Oktober) beehrte die 39-jährige Schriftstellerin die Saarlouiser Buchhandlung „Pieper“ mit einem Besuch und schaffte es spielend, den lichtüberfluteten Saal in ein heimeliges Wohnzimmer zu verwandeln. Zwar blieben einige der aufgestellten Stühle unbenutzt, auch waren die männlichen Zuschauer stark unterpräsentiert, dafür konnten es sich die trotzdem Gekommenen besonders gemütlich zu machen. Mit eigenem Hund im Gepäck plauderte und scherzte Mirjam Müntefering 90 Minuten lang aus dem Nähkästchen, erzählte von Hundebissen, dem Sauerland und ihrem Leben als Politikertochter.

„Der ideale Zeitpunkt für’s Outing? Wenn die Eltern im Urlaub sind! Ich schrieb meinen einen Brief und erwähnte beiläufig auch noch, dass ich mit meiner Freundin aus der Kirche ausgetreten war. Als meine Eltern zurückkamen, erntete ich Vorwürfe: Wie konnte ich nur der Kirche abschwören? Mit meiner Homosexualität hatten sie keine Probleme.“

Zum Repertoire der 39-jährigen gehören lesbische „Coming-of-age“ Romane und erwachsene „Herz-Schmerz“ Geschichten für Frauen. Aus dieser Nische wolle sie sich jedoch heraus bewegen. „In meinem letzten Buch geht es um einen Autounfall und den Tod.“ Dabei sah es lange nicht so aus, als würde jemals ein einziges Buch seinen Weg über eine Ladentheke finden. „Der erste Verlag, der sich für mein Manuskript interessierte, ging kurz vor der Veröffentlichung dummerweise pleite“. Erst sechs Jahre später fand dasselbe Manuskript bei einem anderen, größeren Verlag ein Zuhause.


Beim ersten gemeinsamen Meeting stellte eine PR-Mitarbeiterin resigniert fest, dass es schade sei, „dass ich nicht mit DEM Franz Müntefering verwandt sei. Da hätten sie mich super vermarkten können“ (kurze Anmerkung: Natürlich ist Mirjam Müntefering sogar seine Tochter..). Heute, zehn Jahre und 19 Bücher später, bringt man der Autorin da schon mehr Aufmerksamkeit entgegen. Ihre Bücher verkaufen sich mittlerweile im fünfstelligen Bereich.

Mirjam Müntefering hat es sich in den letzten Jahren in ihrer Nische ganz behaglich eingerichtet und die homosexuelle Literatur damit gefühlvoll bereichert. Dabei versteht sie es wie kaum jemand, ihren Lesern das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln, sich selbst zu akzeptieren. „Deine Wurzeln kannst du nicht leugnen. Aber du kannst wachsen, bis hinauf in den Himmel!“


Nach Empfehlung der Autorin habe ich mir anschließend den Roman „Unversehrt“ gekauft. Gegen neun Uhr verlasse ich, noch immer gefangen im Müntefering–Kosmos, die Buchhandlung. Der Mond steht schon weit oben am Himmel als ich mit einer Tasse Tee auf meinem Sofa liege, um einmal mehr in die Welt von Mirjam Müntefering einzutauchen.

Dreistigkeit

Wie dreist sind manche Menschen eigentlich, wo setzen manche Leute sich eine persönliche Grenze der Höflichkeit und des Anstands? Bei manchen Leuten ist diese Hemmschwelle wohl sehr weit runter gerutscht, das habe ich heute erfahren.
Ein Mann und sein Sohn kommen in den Flur, den ich gerade sauge, und wollen das Spielzimmer betreten, beide ziehen die Schuhe aus, der Junge hat einen Kaugummi im Mund. Gerade als sie das Spielzimmer betreten wollen liest der Vater auf einem Schild, dass Kaugummi-kauen im Spielzimmer nicht gerne gesehen wird. Er schaut mich von oben bis unten an und sagt dann zu seinem ca vierjährigen Sohn: "Spuck den Kaugummi auf den Boden, der junge Mann wird ihn schon wegsaugen". o.O
Mir ist im ersten Moment echt jedes Wort im Hals stecken geblieben, ich war regelrecht geschockt, mit einer solchen Ansage hatte ich ja echt nicht gerechnet, weil ja außerdem 2 m weiter der Mülleimer stand.
Seitdem frage ich mich, was diesen Mann dazu veranlasst hat, sowas loszuwerden. Sein Sohn ist 4, kann das alles also nicht richtig einschätzen, aber diese bestimmt schon 30-jährige sollte doch wissen was Recht, und was Unrecht ist, oder seh ich das so falsch?
Machen die das zuhause auch so? "Spuck dein Zeug auf den Boden, Mama wollte sowieso noch wischen." ??
Manche Leute sind echt krank.. Ich bin doch nicht der Neger für alles.. -.-

Diese Jugend von heute

Was man beim Aufräumen nicht so alles findet - hier ein Text von mir, veröffentlicht im Juni letzten Jahres in einer Lokalzeitung unter der Rubrik "Lästermaul".


Morgens halb 10 in Deutschland. Ich stehe in einem kleinen Wartehäuschen und warte auf meinen Bus. Neben mir ein Jugendlicher, vielleicht 16 Jahre alt. In der Hand eine Zigarette, an der er genüsslich saugt. Soweit so schlecht. Aber es wird schlechter. Alles hat ein Ende, so auch seine Sucht und um den Mülleimer an besagter Haltestelle zu erreichen, ist das Benutzen der Füße unerlässlich, steht er doch etwas abseits. ‚Zu Weit’, denkt sich offenbar der Jugendliche und lässt die Zigarette einfach fallen. Wieso sollte er seinen Hintern auch bequemen, hunderte davor haben es ihm schließlich schon gleichgetan: Der Boden der Haltestelle gleicht einem Schlachtfeld.


Da liegt Stummel an Stummel, in die Randbereiche des Terrains hat sich auch das ein oder andere Taschentuch verirrt. An der Scheibe des kleinen Wartehäuschens haben sich einsame Jungs mit wasserfesten Stiften verewigt, um der Damenwelt unmoralische Angebote machen und verzweifelte Mädels, die das Wort Pubertät vermutlich nichteinmal buchstabieren können. Auf die Bank wage ich mich gar nicht erst zu setzen, lacht mir doch eine undefinierbare Masse von schleimiger Konsistenz entgegen.


Der Raucher hat zwischenzeitlich Hunger bekommen, packt einen Schokoriegel aus. Sekunden später ist auch diese Verpackung hart auf dem Boden gelandet, neben einem alten Kaugummi und einer leeren Bierdose.Was ist nur los? Klar, auch ich gehöre zur Generation „Rasenlatscher“, aber im Gegensatz zu manch Jugendlichem weiß ich, wie man Mülleimer benutzt und wozu sie gebaut wurden. Auch ist mir das Wort „Recycling“ ein Begriff. Ich hole einmal tief Luft, möchte dem Jungen einen erstklassig improvisierten Vortrag über Umweltschutz, Waldsterben und Klimawandel halten, als ich bemerke, dass er die Umwelt jetzt sogar schon akkustisch beschmutzt.


Die Kopfhörer in seinen Ohren wären für diesen Lautstärkepegel doch nun wirklich nicht nötig gewesen….Wieso benehmen sich manche Menschen in freier Wildbahn so anders als zu Hause? Ist es vielleicht der animalische Urinstinkt, der in solchen Momenten zum Vorschein kommt? Der kleine Rebell, der in jedem von uns steckt und einfach manchmal rausgelassen werden will? Die täglichen fünf Minuten Anti-Aggressions-Training an der Bushaltestelle? Oder ist es vielleicht einfach nur schlichte Faulheit, die Unfähigkeit, fünf Meter bis zum nächsten Mülleimer zu laufen? Bevor ich die Frage beantworten kann, spuckt der Jugendliche noch einmal herzhaft zu Boden, vielleicht, um meiner These noch einmal mit Nachdruck zu verleihen.


Das ist der Moment, an dem ich mich dazu entschließe, doch lieber mit dem Zug zu fahren.

Die Krüger und die Telekom

Was für ein Start in den heutigen Tag! Unser neues WLAN-Modem ist da, endlich Freiheit, nicht mehr an der 1,50m langen Leine (Lan.. ^^) hängen sondern ohne Probleme sogar auf dem Klo die Mails checken, was will man mehr?
Doch die Installation dieses Modems gestaltete sich als sehr schwierig und kostete viele Nerven. Obwohl bei meinem Mitbewohner alles sofort funktioniert hat, er hat anscheinend ein Händchen für sowas oder sein Laptop ist einfach mehr hetero als meiner und macht nicht aus jedem kleinen Ding ein Problem, ging bei mir gar nichts. Ich habe wohl eine halbe Ewigkeit versucht, selbst die Verbindung herzustellen, aber ich hab einfach keinen Weg rein gefunden.. also blieb nur noch eine Möglichkeit, das Servicecenter. o.O
So ein Servicecenter ist echt was für Menschen mit Nerven aus Stahl.. Schon alleine, wenn auf den Preis von unschlagbaren 14ct/min schaut, verliert man die ersten, weil man sich bereits im klaren ist, niemals nur 5 minuten zur Lösung zu brauchen, man hat ja schon alles versucht. Nun gut, es hilft nichts, mit einer komischen Vorahnung wählt man also diese Nummer. Eine freundliche Computerstimme begrüßt einen und verweißt auf "den nächsten freien Mitarbeiter".
Der war aber auch nett, und seine Stimme war echt ziemlich.. :) sagen wir, man wollte nicht auflegen. Geschickte Taktik haben die bei T-Mobile.. :)
Nun gut, nach einer viertel Stunde konnte mir dieser M itarbeiter immer noch nicht helfen, und ich Doofie hab ausversehen aufgelegt. Natürlich hab ich sofort zurückgerufen damit ich meinen Telefongott wieder ans Ohr kriege, aber leider kam ich bei einer Frau raus. Einer unfähigen, unbegabten Frau, die mich nach 5 Minuten mit den Worten: "Moment, da muss ich mir Informationen holen." in die Warteschleife gesteckt hat. Ich hab also aufgelegt und nochmal angerufen, und bin bei Frau Krüger gelandet. Frau Krüger ist echt sehr nett gewesen und hat mich sogar zurückgerufen, damit ich nicht so viel bezahlen musste. Nach einer Stunde hatte dann die gebürtige Schwerinerin, der ihre Sitznachbarin im Callcenter auf die Nerven geht und die kein Wasser mehr am Arbeitsplatz hat, mein Problem gelöst.
Eine Stunde wegen einer zehnstelligen Zahlenkombination. Toll.
Aber, ich hab Internet, und das ist ja wohl das wichtigste, ohne Frau Krüger wäre ich wohl echt aufgeschmissen gewesen, also, wenn Sie das lesen, Frau Krüger, ich liebe sie!!! ;)

Gisela und die WG

WG's sind was schönes. Diesen Standpunkt vertrete ich immer noch. Aber, WG's sind auch irgendwie anstrengend, wenn man da mit leuten zusammenwohnt, die man nicht so wirklich kennt, und die im gegenzug dich auch nicht kennen (wär ja aber auch doof wenns anders wäre :) ). So wird man, vermittelt von einer ominösen Wohnungsbau, mit wildfremden Menschen in eine Wohnung gesteckt, es wird gesagt "Viel Spass", und die Tür fällt ins Schloss, der Beginn des bald alltäglichen Wahnsinns.
Wenn man die Anderen nicht kennt ist es echt schwer, sich durchzusetzen, ich meine, man will ja nicht gleich am Anfang da stehen wie der größte Spießer und sofort sagen, so machen wir das, und nicht anders. Obwohl das vielleicht gar nicht so schlecht wäre, aber ich kann das nicht. Andere schon.. nehmen wir zum Beispiel Gisela*, die hatte das von Anfang an raus, Gisela hat von Anfang an gesagt, dass will ich nicht, so muss das sein, das werden wir ändern, etc.. man könnte sagen, sie kam, sah und siegte, Gisela als die Domina des Alltags.
Und so eine hauseigene Domina ist schon ganz schön anstrengend. Aber irgendwie macht das auch Spass.. und Gisela hat eine Flasche Sekt aufgemacht zum Einzug. Vielleicht wird ja aus dem Hausdrachen doch noch eine nette Mitbewohnerin?
Wir werden sehen.. :))

*Name von der Redaktion geändert. ^^

Wo wohnt die Liebe?

Wenn Liebe einfach aufhört, wenn Sie, entgegen aller Versprechen einfach verschwindet, wohin geht sie dann? Stirbt sie einfach, hört auf zu existieren und taucht nie wieder auf?

Oder lebt sie in unseren Herzen weiter? In einem kleinen Zimmer vielleicht, mit einem alten Schreibtisch, einer kleinen Stehlampe und einem Sofa. Bilder aus gemeinsamen Tagen an der Wand. Und auf dem Fußboden liegen noch die Blumen. Und wenn man friert, hat man immer noch dieses Zimmer, in das man sich verkriechen kann.

Oder sucht sie sich ein neues zu Hause? Ein Herz, das vielleicht wärmer schlägt, oder einfach geräumiger ist. Eine Villa statt eines Reihenhauses, ein Loft statt eines Appartements.

Oder bleibt die Liebe dort, wo sie ist, und schläft einfach ein und wartet wie Dornröschen, dass sie wach geküsst wird?

Ich weiß nicht, wo die Liebe jetzt wohnt, aber ich werde sie finden.

Scheißwetter



Es ist echt kalt hier oben...




Da kann man echt nur Tee trinken..



.. und an den Sommer denken..

Bärchen's kleiner Fetisch


"..."

"Also..wenn ihr mich fragt: Ich liiiiiiiebe Schlüpfers!"


"..tztztztztzzzzzzz.."

"Dein Schlüpfer guckt raus"

Stell dir vor, du sitzt auf einem Fahrrad. Es ist nicht dein Eigenes. Der Lenker tief, so tief, dass du dich nach vorne beugen musst, um ihn zu erreichen. Stell dir jetzt vor, du fährst durch eine Stadt. Keine große Stadt zwar, aber es gibt trotzdem eine Menge Leute. Es ist Mittagszeit – Schulschluss. Stell dir danach vor, dass du an einer Gruppe KINDER vorbeifährst. Einer großen Gruppe. Plötzlich, aus dem Hinterhalt, nur ein einziger Satz:

„Hey, dein Schlüpfer guckt hinten raus!“

Was würdest du tun?

Ich wollte schreien. Ich wollte versinken. Ich wollte töten! Aber ich fuhr einfach weiter. Beschämt, aber bestimmt stilvoll tat ich, als galt dieser Spruch nicht mir. Machte einfach gar nichts und bog um die nächste Ecke, wo ich panisch mein Fahrrad zur Seite schmiss und nach meinem Hintern tastete. Scheiße.

Meine Gedanken kreisten. Marktplatz. Viele Menschen. Schlüpfer. Marktplatz. Kinder. Augen. Viele Menschen. Schlüpfer.

Was bildeten sich diese Gören eigentlich ein, meinen Prachtarsch wie ein billiges Stück Fleisch einfach anzustarren? Okay, genaugenommen starrten Sie meine Unterwäsche an, aber wen interessiert schon Logik, wenn er wütend ist? Was fiel ihnen also ein, meine Designershorts (nun ja..) assig als „Schlüpfer“ zu bezeichnen??? Und überhaupt… Fahrradhersteller müssen kleine Perverse sein. Reinen Gewissens verkaufen Sie Fahrräder, die mit den heutigen Hosennormen gar nicht vereinbar sind. Vermutlich steckt eine Mafia dahinter, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, uns arme Menschen bloß zu stellen und zu blamieren.

Was erwarten diese Scheiß Kinder eigentlich von mir? Dass ich für sie nen Tanga trage? Dass ich fröhlich winke und dabei freudestrahlend mit meinem Hinterteil wackel? Das bekommen doch eigentlich nur ausgewählte Menschen zu sehen. Ich hätte sie anbrüllen sollen. Ich hätte etwas lässig cooles erwidern sollen à la „Anfassen kostet aber extra..“ oder „Das muss so..“. Hach..ich merke schon selbst. Auf SO ETWAS kann man nichts cooles oder lässiges erwidern. Man kann nur versuchen, in Würde den Raum zu verlassen und sich anschließend die eigenen Wunden lecken…hach..ich brauch‘ jetzt Schokolade..

Die wunderbare Welt der Techniker

<- KEIN Techniker


Techniker sind komisch. Sehr komisch.
Mnchmal, wenn ich gerade mit einem Techniker gesprochen habe, muss ich echt lange über diese Begegnung nachdenken. Diese Menschen sind bestimmt von einem anderen Stern, Aliens, die sich ein Menschenkostüm angezogen haben und jetzt über die Erde wandern und versuchen, allen Nicht-Technikern das Leben schwer zu machen.
Ich kann mit solchen Leuten einfach nichts anfangen. Die angesprochenen Themen handeln meist von "Bohraufsätzen", "Malerfarbe", "Schwimmbadtechnik", "komischen Mitarbeitern" (also alle Nicht-Techniker) und den neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der "Mikrotechnik im Hotelgewerbe". Kein Mensch versteht, was diese Wesen in ihrem Fachchinesisch von sich geben, und wenn wir ehrlich sind, will das auch gar keiner wissen. Gut zu beobachten, dass alle, wenn ein Techniker den Raum betritt, mit den Augen rollen und schnell gehen. Ist ja auch ganz verständlich. Techniker sind nicht nur böse, gemein und hinterhältig, sondern auch sehr geizig. Auf die Frage, ob noch Kaffee in der Kanne ist (jaa, ich, ein unterentwickelter Nicht-Techniker hab mich getraut diese Götter in Jeans und Turnschuhen anzusprechen) erhält man dann die Antwort, ja, ist noch, aber den trink ich lieber selbst, holen Sie sich doch ihren eigenen..
Die größte Freude für alle Techniker ist wohl, Leute zu sehen, die sich bei irgendwas plagen (zum Beispiel beim schrubben eines Treppengeländers mit einer Zahnbürste), um dann mit sinnentleerten und vollkommen unnützen Kommentaren die Arbeit der anderen noch mehr zu versüßen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, die wissen ganz genau, wie das alles schneller geht, aber helfen? Vergiss es...
Techniker sind einfach echte Luschen :) Zum Glück bin ich kein Techniker..

Der Ostseebär mit Kapuze

Jetzt hab ich das wichtigste ja vergessen! Den neuen "Mitschreiber" vorzustellen, diesen süßen, knuffigen Bär da unten :) Das ist der Ostseebär mit Kapuze.. :) oder auch einfach nur der Ostseebär..
Er beschreibt wie es ihm im Hotelalltag geht und was er hier, auf Rügen so alles erlebt, über was er sich wundert und welche Geschichten das Leben so bei ihm schreibt. Man könnte also sagen, er ist mein zweites ich ^^ und übernimmt manchmal einfach die Kontrolle, die Welt - oder Blogherrschaft.

Auf Arbeit..

Ich umgeben vom alltäglichen Wahnsinn

Heute war ein echt anstrengender Tag im Hotel... ich hab das ganze Geländer mit einer Zahnbürste geputzt.. aber es ist ein tolles gefühl, es geschafft zu haben ^^ :)
So bin ich wohl auf der Beliebt- und Bekanntheitsleiter ne Stufe höher geklettert, als "Der Junge mit der Zahnbürste" in die Hotelchronik eingegangen :)


Ich auf der Karriereleiter

Ersatzbefriedigung


"Ich vermisse Kette so sehr.."


"Hätte ich viel viel viel Geld, könnte ich mir ganz bestimmt eine Neue kaufen.."


"Ich sollte einfach mal wieder rausgehen...neue Leute kennen lernen. Aber heute regnet es.."


"Allein sein ist SCHEISSE!"

Gestatten: Bär (Mein transsexueller Mitbewohner mit Selbstfindungsproblemen)

"Wenn ich jetzt nicht los-gelasse, zieht mich mit runter in die Tiefe und ich sterbe!"

"Aber, Aber...ich liebe sie doch, meine Kette.."

"Jetzt ist mein Schatz weg. Abgestürzt und verschollen. Aber dafür leb' ICH noch.."

"..schnurr.."

LosLassen

Mein heutiges Thema ist ein Ernstes.

Eigentlich wollte ich mich nicht direkt in solch tiefe Seelenabgründe begeben, schließlich bin ich gestern erst eingezogen. Aber besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, denke ich.

Ich frage mich: Wieso fällt es uns so schwer, loszulassen? Das Problem ist folgendes: Mein Herz mobbt meinen Kopf. Und das ziemlich heftig. Mein Herz hat sich nämlich in eine Sache festgebissen, die dem Kopf gar nicht gut tut. Es geht um einseitige Gefühle, ganz großes Kino.

Standpunkt des Herzens: In dieser Angelegenheit tritt nur Besserung ein, wenn sich dieser Sturkopf endlich mit dem Problem auseinandersetzt und von festgefahrenen Standpunkten abweicht. Flexibilität ist gefragt. Andernfalls entgeht ihm möglicherweise etwas sehr Reizvolles und Schönes.

Standpunkt des Kopfes: Die Sache macht mich kaputt. Wenn du, doofes Herz, endlich mal aufhören könntest, zu schmerzen, wäre ich vermutlich endlich frei für wirkliche Probleme. Wäre frei für mich, für eigene Entscheidungen, könnte neue Synapsen knüpfen. Vergiss das Problem einfach, statt es ständig lösen zu wollen, denn damit spülst du immer neue Wellen der Enttäuschung durch meine Schaltkreise – und lösen kannst du es sowieso nicht. Dafür sind deine Erwartungen zu groß. Wenn du den Menschen nicht ändern kannst, dann ändere dich.

Herz: Aber du wirst möglicherweise nie mehr so glücklich, wie du es jetzt werden könntest, wenn du stark bist.
Kopf: Ich kann jetzt aber nicht stark sein. Ich muss es erst werden. Und das kann ich nur, wenn wir beiden uns eine Zeitlang aus dem Weg gehen.
Herz: Du machst Schluss?
Kopf: Nur für eine Weile.
Herz: Nach allem, was zwischen uns war?
Kopf: Ich ruf‘ dich an..
Herz: Arschloch.

Aber ich schweife ab. Vielleicht konnte ich durch diese kleine Analogie das Grundproblem dennoch deutlich machen.

Das Problem: Loslassen ist schwer, und tut scheiße weh. Denn da ist diese Angst, etwas Falsches zu tun. Wenn dem Kopf aber allmählich die Argumente ausgehen, es NICHT zu tun, nimmt das Herz Schaden. Dummerweise ist es so mit Träumen und Schlagen beschäftigt, dass es davon nichts merkt. Und wie das eben so ist – Fehler muss man selbst machen und vom Kopf lässt es sich schon gar nichts sagen.

Einseitige Gefühle sind unschön. Und unnötig. Der Entzug von der Liebe ist nicht anders als jeder andere Drogenentzug. Die Symptome sind furchtbar. Der Körper verlangt nach seinem Stoff, weil er gelernt hat, dass diese eine Bezugsquelle die einzig richtige ist. Ist sie versiegt, versucht er verbittert, sie wieder zu bekommen. Wie ein blinder Specht vielleicht, der enthusiastisch auf einen Laternenmast einhämmert. Um den zu knacken, bräuchte er wohl einen Schnabel aus Diamant, aber den haben Spechte bekanntlich nicht.

Und auch Herzen haben keinen Mantel aus Diamant. Oder sonst einem Metall. Herzen sind sensibel. Deshalb bleibt Ihnen als Mittel der Genesung nur der Rückzug.

Ich hoffe, es stößt dabei nicht auf einen Hinterhalt.
So, um zu sagen "endlich Nichtraucher" ist es wohl eindeutig zu früh, aber hey, der Grundstein dafür ist gelegt. Seit 3 Tagen bin ich clean und ich muss sagen, es ist auf der einen Seite echt toll.. so viele Sachen die ich früher nicht gerochen und geschmeckt habe.. habe heute zum Beispiel zum ersten mal wieder eine Käsescheibe richtig geschmeckt, bilde ich mir auf jeden Fall ein, und das ist doch alles was zählt, oder? :)

Aber alles hat auch eine Schattenseite.. Die durfte ich heute auch kennenlernen, sie hat sich in einem Anfall von Erzugserscheinungen geäußert. Ein mächtiger Hustenkrampf, gefolgt vom Atemnot und unkontrolliertem Zittern haben mir heute echt Angst gemacht. Aber der Weg zum Erfolg ist steinig und schwer, und das war wohl einer der größeren Findlinge, die mir im Weg liegen..

Der Tag an sich war wohl recht gewöhnlich. Bis auf die Laune meines Mitbewohners, der wohl irgendwie des Nachts zu tief in die Cannabistüte gegriffen hat, der war ja heute morgen, direkt nach dem aufstehen, so fürchterlich eklig gut drauf.. natürlich hat er alles auf den starken Kaffee geschoben, is klar, ne?! ^^

Dann gabs heute noch Ärger mit, nennen wir sie "Mrs. Clean", die mir erzählt hat, ich soll doch bitte mit dem Golfwagen nicht so "rasen". Rasen ist leider vollkommen falsch an der Stelle, den wie kann man schon mit 20 km/h rasen? Naja.. Mrs. Clean hat sowieso leichte Probleme glaub ich..

Aber bald ist das ja sowieso alles vorbei, 3 Jahre sind ja nicht lang.. :) und dann kommt Berlin, das wird toll.. :)

Gestrandet II - oder: Einmal Zivilisation - und zurück..



Mehr als zwei Jahre sind seitdem vergangen. Gegen 9 Uhr brachte der Zug mich weg. Fort von daheim. Weit weg. Ins Ungewisse..

Die heimatliche Provinz und 18 endlose Jahre der Unterdrückung (gefühlt, nicht real) lagen ENDLICH hinter mir. Heute, hier, jetzt - würde es beginnen: Mein eigenes Leben, endlich Großstadt, endlich ich selbst sein!

Während meine körpereigenen Endorphine überkochten (die des knackigen Schaffners vermutlich auch, aber er war ja im Dienst..), fieberte ich dem Ende der langen Fahrt entgegen, starrte in freudiger Erwartung der baldigen Skylines und Wolkenkratzer aus dem Fenster (ich möchte fast so weit gehen, zu behaupten, ich war präorgasmisch). Der heutige Tag würde in die Geschichte eingehen, Feiertage und Straßen würden irgendwann nach mir benannt sein, und vielleicht sogar ein kleiner Stern - „Heute vor vielen Jahren“, würde man in vielen Jahren verkünden, „heute vor vielen Jahren begann das freibestimmte Leben unseres allseits geliebten und vielfach Bewunderten..was eigentlich?" - Gute Frage (irgendwie): Was genau wäre mein Verdienst? Was würde die Menschen dazu bringen, mich zu bewundern?

Aber ich beruhigte mich: Das herauszufinden war doch meine Mission. Die Antwort würde sich schon finden. Die Schaffnerin riss mich aus meinem Traum. „Nächster Halt ‚Saarbrücken Hauptbahnhof‘. Dieser Zug endet dort. Bitte alle aussteigen. Wir bedanken uns für Ihre Fahrt mit der Deutschen Bahn und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.“ Etwas überrascht über diese plötzliche Unterbrechung starrte ich (zunehmend entgeistert) aus dem Fenster. Hmpf… Das Saarland hatte ich mir irgendwie größer vorgestellt.

Zwei Jahre sind seit unserer ersten Begegnung schon vergangen. Zwei Jahre seit ich, scheu wie ein kleines junges Reh (ist das nicht ein liebliches Bild?) das erste Mal die saarländische Lichtung (ja, das passt, außenrum ist nämlich Zivilisation..) betreten habe, ja, man könnte fast sagen, zwei Jahre seit dem ersten zaghaften Kuss zwischen Saarbrücken und meinen jungfräulichen (auch wieder gefühlt) Lippen.

Hätte mich damals ein knebeliger und vermutlich gegen die Menschenrechte verstoßender Zivildienstvertrag nicht dazu gezwungen, die nächsten neun Monate in einer Hütte im Wald (Da gibt’s doch Bären! Bei Interesse hier demnächst nähere Ausführungen..) am Stadtrand von Saarbrücken zu leben, hätte ich den Zug vermutlich niemals verlassen. Aber ich tat es, und bin zwei Jahre später immer noch hier. Mittlerweile als Student - ein Psycho.

Natürlich nicht im klassischen Sinne. (Obwohl mein Geist da manchmal begründete Zweifel anmeldet). Ich studiere Psychologie, im dritten Semester sogar schon (bin allerdings noch gefühltes Schlüsselkind in der Vorschulklasse). Immerhin: Meinen Namen kann ich schon schreiben. Und überhaupt: Die Prüfungen beginnen auch erst in sechs Monaten, lernen kann ich also locker auch morgen noch. Und den Traummann finden. Und mich und mein Leben endlich verstehen. Und mein verschollenes Headset wieder finden. Freie Hände beim Telefonieren sind nämlich ungemein praktisch, ihr versteht was ich meine..

Vielleicht noch eine Frage, die ich an dieser Stelle direkt beantworten sollte. „Warum Psychologie?“ Es gibt keine Frage, die mich innerlich mehr zusammenzucken lässt . Um weiteren Fragen vorzubeugen werde ich sie jetzt hier genau ein einziges Mal beantworten. Das Problem: ich weiß die Antwort einfach nicht. Vielleicht war da in mir schon immer irgendwie der Drang, zu verstehen, warum wir Menschen manchmal solche Vollidioten sind. Warum wir uns beispielsweise beleidigt abwenden, wenn wir doch eigentlich viel lieber sagen würden: „Ich liebe dich“. Oder warum wir immer und immer wieder vor dem Fernseher sitzen, um uns die immer gleichen Geschichten anzuschauen. Warum wir auch beim dreißigsten Untergang der Titanic noch leidenschaftlich mitheulen können und uns immer und immer wieder im Vollrausch sozial ächten. Warum wir uns so oft anlügen oder hintergehen. Oder viel simpler: Warum wir lieben. Vielleicht war da einfach auch der Drang, mich selbst zu verstehen.

Mittlerweile schwöre ich da eher auf Valium. Ist wesentlich effektiver.

Nichtsdestotrotz: Ich studiere weiter. Und ich werde euch hier auf dem Laufenden halten. Direkt von der Front. Psychokrieg vom feinsten (natürlich nur innerlich und mit mir selbst, versteht sich). Willkommen im Saarland!