Das verrückte ist: Man merkt sich diese Gefühle nicht bewusst. Nein, unser Geist ist weitaus raffinierter: Er speichert das alles implizit. Alles kann völlig okay sein - und sobald er dann etwas Bekanntes registriert, und sei es noch so winzig und lange her, schrillen die Alarmglocken und mit ihnen schlagartig auch die verdrängt geglaubten Erinnerungen. Unbarmherzig wird man wieder zu Boden gerissen und alles geht von vorne los.
Doch wie beseitigt man dieses Gefühls – Chamäleon? Vielleicht, indem man Texte wie diesen schreibt (meine momentane Hoffnung..). Vielleicht durch Ablenkung, weglaufen. Vielleicht aber auch durch wirkungsvolle Verteidigung. Dazu gehört wohl, sich von Zeit zu Zeit mitreißen zu lassen. Sich nicht dazu zwingen, eben anders zu denken, anders zu fühlen, nicht zu heulen. Vielleicht gehört dieses „sich stellen“ zum Vergessen einfach dazu. Vielleicht sollte man nicht zulassen, dass sich das Chamäleon erneut versteckt. Vielleicht muss man einfach dran bleiben – es nicht aus den Augen verlieren. Der Preis dafür: Ein Eimer voll Tränen (ach was sag‘ ich – eine Wanne, mindestens!), sehr, sehr, sehr, sehr viel Alkohol (sekundär), knautschfeste Plüschtiere und Schokolade mit einer Überdosis Kakao.
Denn gegen alle diese Dinge ist das Gefühls – Chamäleon verdammt allergisch.














