Irrenhaus.

Ein Raum voller Menschen. Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Es reicht von einem nicht mal einfachen Hauptschulabschluss bis zum IT-Fachabitur. Nicht dass die vor der Ausbildung besuchte Schulform das wichtigste ist. Aber doch auch gleichzeitig eine der ersten Fragen, die einem gestellt werden, wenn man die Berufsschule zum ersten Mal betritt.

Klar stecken da auch noch Menschen hinter den Schulformen.

Wollen wir doch mal sehen: da wäre die Tussi-Abteilung. Ein Haufen Mädels, die schon anfangen loszuquietschen wenn sie nur ein kurzes Aufblitzen einer ihrer Mit-Tussis sehen. Die jeden Tag auf dem Schulhof verbringen um sich auszutauschen über die neue Mode, Brad Pitt oder das neue Pink-Album.
Genau auf der anderen Seite stehen die Realschul-gangsta-bitches :) . Da ist die Gruppe die ich am meisten meide.. :) diese "Mädels" snd die wahren Coolen an der Berufsschule. Palituch, Nietenarmbänder, Baggyhosen, Bling Bling wohin man guckt. Die Gesprächsthemen dieser Gruppe gehen eher in die Sido-Bushido Richtung, wobei auch die Sprache dieser Gangster übernommen wird, inklusive sinnloser Anglizismen.
Wen hätten wir denn noch? Wir haben noch die Typen: Mauerblümchen - lange Haare, die als Gesichtsvorhang dienen und riesige Brillen, die die Fenster zur Welt symbolisieren sollen, dazu ein leicht verwirrt-nachdenklicher Blick , die Langweiler - langweilig eben, die Strebergruppe und natürlich das große Spektrum der "Wilden Kerle". Natürlich alles Alternativtypen, jeder auf seine Weise cool, alle irgendwo verrückt.

So, und diese Menschen steckt man alle zusammen, bunt durcheinandergewürfelt, in einen Raum. Das kann doch eigentlich gar nicht gut gehen. Unter - bzw. Überforderung greift überhand. Auch bei den Lehrkräften. Unterfordert sind diejenigen, die dachten, nach ihrem Studium als frischgebackener Lehrer was zu erreichen, jungen Menschen ein Vorbild zu sein und jetzt in einer Berufsschulklasse zu sitzen und Plus und Minus zu erklären. Überfordert, und das ist die Mehrzahl sind die "Lehrer", bei denen man den Anschein hat, sie hätten kurz vor der Wende eine Umschulung vom Klempner zum Lehrer gemacht. Tatsächlich gibt es an der Berufsschule durhaus Lehrer, die noch nie eine Universität von innen gesehen haben.

Der Unterricht - eine Katastrophe.
Wie doof muss man sein, um an der Berufsschule eine 5 zu kriegen?
Nun, ziemlich doof, wäre wohl die einfachste und auch kürzeste Antwort, die leider auch genau ins Schwarze trifft. Wenn man sich so dumm anstellt, bei Arbeiten, bei denen man Buch und Heft (!) verwenden kann, im unteren Notenbereich zu landen, kann man doch eigentlich nicht ganz richtig sein, oder? Wenn einem Plus und Minus mit dem Taschenrechner zu schwer, Groß - und Kleinschreibung zu kompliziert ist und man so leichte Worte wie "Dschungel" noch wie in der dritten Klasse schreibt, dann hat man das irgendwie doch verdient. Was hat man die letzten, minimal acht Jahre, eigentlich gemacht? Anscheinend nichts.. wie traurig.