Gedanken I

Unerwiderte Liebe tötet. Wie fühlst du dich?

Heute Nacht habe ich meine Seele in dir vergraben, ganz besonders tief, und die Stelle nicht markiert. Ich dachte, sie wäre bei dir am sichersten. Jetzt hoffe ich, du missbrauchst sie nicht, und passt gut auf, dass niemand sie findet.

Heute Nacht war ich wieder in dir. Heute Nacht hast du mich glücklich gemacht, ganz kurz.

Ich liebe dich, habe ich dir das eigentlich schon gesagt? Ich brauche dich – mehr noch: Ich lebe durch dich. Heute Nacht war ich ein Teil von dir. Und du warst ein Teil von mir. Wir beide waren eins.

Manchmal, kurz bevor ich komme, möchte ich am liebsten in dich hineinkriechen. Oder dich auffressen. Oder beides, ganz kurz, bevor ich meine Lust in dich hineinspritze.

Wächst die Lust aus der Liebe? Ich wünsche mir so sehr, dass deine Lust echter Liebe entspringt. Oder ist die Lust unabhängig? Ich glaube, wenn man liebt, hat der Sex eine andere Dimension. Es geht plötzlich nicht mehr nur um Befriedigung. Es geht um Leidenschaft. Sich zu Hause fühlen. In dir fühle ich mich zu Hause.

Wenn ich mit dir schlafe, liebe ich dich. Aber ich kann dich einfach nicht hineinlassen. Danach fühle ich mich allein.

Ich brauche dich jede Sekunde. Ich brauche dich immer. Der Blick deiner Augen streichelt mich. Das Gefühl deines pulsierenden Körpers belebt mich. Dein Atem macht mich willenlos.

Ich liebe es, dich zu verführen. Ich liebe es, mit dir zu spielen. Ich liebe es, dich nicht zu brauchen. Du bestätigst mich. Das macht mich frei.

Ich verabscheue es, dich zu lieben. Ich hasse es, dir ausgeliefert zu sein. Ich bin so alleine ohne dich.

Ich bin so frei ohne dich. Du bestätigst mich. Das tut mir gut. Das gibt mir Kraft. Ich liebe es, dir Nacht für Nacht Leben einzuhauchen.

Es macht mich krank, kein Teil von dir zu sein. Es macht mich verrückt, zu wissen, dass du nicht da bist. Ich kann das nicht.

Ich liebe dich nicht. Ich liebe auch mich nicht. Und doch brauche ich dich – manchmal. Nur dich. Wir haben tollen Sex.

Mehr noch – wir gehören zusammen. Warum siehst du das nicht?

Ich kann es nicht verstehen. Ich kann es einfach nicht fühlen. Ich möchte unabhängig sein.

Unabhängig und doch glücklich sein? Geht das?

Ich versuche es.

Bring es mir bitte bei.

Dann folge mir. Ich werde es dir zeigen.

Ich werde dir immer folgen. Überall hin.

Hier ist es kalt, ziemlich stürmisch. Halte dich gut an mir fest. Ich werde die Arme ausbreiten, und wir werden fliegen. Fliegen bis in den Himmel.

Ich möchte fliegen. Mit dir zusammen. Auch wenn du nicht da bist. Ich fühle dich. Und ich werde fliegen. Mit dir zusammen.

Wir werden fliegen.