"Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes Zuspruch." - Euripides
Und ich kann sagen, Euripides hatte vor 2500 Jahren Recht, und heute ist es wohl immer noch so.
Vor ca. einem Monat hat mich das Schickal - oder wohl doch eher eine geglückte Bewerbung - hierher, an den sprichwörtlichen Arsch der Welt verschlagen. Ein sehr waldiger, sandiger Arsch, wie ich zugeben muss, und flach noch dazu. Die Insel Rügen ist wohl eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen.. und solange man nicht hier wohnen muss ist diese natürliche Idylle wohl wirklich herrlich und jeden Urlaubstag wert. Das beschauliche Leben, dass die Leute hier führen, erinnert an Bilderbuchgeschichten, Skandale gibts hier nur hinter vorgehaltener Hand und die Ruhe wird hier wohl nie gestört. Alles in allem wirklich ein fleckchen Erde, dass ich rein theoretisch ganz schön finde. Wäre da nicht ein Mietvertrag, der aus Urlaub Arbeit und aus Entspannung Anspannung werden lässt. Mal ganz ehrlich, wer will schon immer in Ruhe und Friedlichkeit leben? Ich glaube keiner in meinem Alter :)
Und so nahm die ganze Geschichte ihren Lauf... im letzten Jahr hab ich begonnen, mir ernsthaft Gedanken um meine Zukunft zu machen.. und habe begonnen, Bewerbungen zu schreiben. der Beruf stand schon lange fest, ins Hotel wollte ich schon immer. Aber in welches? Auf meiner Liste standen wohl die bekanntesten Hotels Deutschlands und so kam ich anfang Juni nach Rügen, um ein Bewerbungsgespräch zu bestreiten. Erfolgreich. Der Vertrag war schnell unterschrieben und ich auch genauso schnell umgezogen. Und jetzt wohne ich nicht mehr im grünen Herzen Deutschlands, sondern im letzten zipfel besagten Landes. Meine wg ist, zur zeit noch, eine beschauliche kleine männer-wg, was sich aber ändern wird, recht bald sogar. Aber zur zeit, wie gesagt, männer wg. Ich schwul, er hetero, also könnte man sagen wir sind bi..
Von meinem neuen Hotel hab ich bisher zwar nur die Räume gesehen, die jeder am liebsten alleine besucht, aber das wird sich auch ändern.
Ändern.. Veränderung.. Worte, die ich in letzter zeit recht häufig verwendet habe. Und es hat sich viel geändert.. ich bin umgezogen, habe menschen verlassen, neue leute kennengelernt und bin jetzt in der Phase, mein Leben zu ändern. Das beginnt mit der eigenen Wohnung, die jetzt, nach einigen Malerarbeiten recht passabel aussieht. Es gibt so viele Dinge, die auf einen einstürzen, dass man sich manchmal wünscht, einfach nur aufzuwachen, zu wissen 'ich träume nur' und dann aufzustehen, dass man immer noch im heimischen Zimmer ist, die Famile wartet und es ein ganz normaler Tag werden wird, ohne Überraschungen. Leider ist es nicht so. Obwohl ich ja glaube, leider ist das falsche Wort. Denn was ist das Leben schon ohne Veränderungen? Ein immerwährend gleiches Schema, dass einfach abläuft, ohne jemals hinterfragt zu werden und dass jeden in die Rolle zwingt, die er eben zu spielen hat. Sei das der nette Bruder, der gehorsame Sohn, der fürsorgliche Freund oder was auch immer.. eben in die Rolle, die verlangt wird und die man sich ganz unterbewusst auch selbst gibt.
Aber wenn man dann einmal weg ist, dann merkt man auch, dass diese Sicherheit, die einem diese Rolle gegeben hat, fehlt. Kein zweites netz mehr, kein doppelter Boden, der einen bei einem Fall vor dem ende bewahrt. Ab jetzt stirbt sozusagen jeder für sich alleine. Und hier kommen dann wohl die wichtigsten Menschen im Leben auf die Bildfläche. Freunde. Und hier muss ich Euripides dann Recht zusprechen, keiner weiß es besser als deine eigenen Freunde.. Leute, die dich ewig kennen, die wissen wann sie den Mund halten müsen, wann sie laut aufschreien müssen und dir mal ordentlich den Kopf waschen können, solltest du in Selbstmitleid versinken und anfangen, zu verzweifeln. Ich will nicht sagen dass ich verzweifle, hier auf meiner Insel, aber es ist ein so unbeschreibbares Gefühl der inneren Unruhe in mir, dass ich nicht begreifen kann und dass für Außenstehende wohl wie Verzweiflung aussehen mag, sollte ich irgendeinem dieser Inseldeppen, verzeiht den Ausdruck, mal Einblick in meine Gefühlswelt geben.
Und ich kann sagen, Euripides hatte vor 2500 Jahren Recht, und heute ist es wohl immer noch so.
Vor ca. einem Monat hat mich das Schickal - oder wohl doch eher eine geglückte Bewerbung - hierher, an den sprichwörtlichen Arsch der Welt verschlagen. Ein sehr waldiger, sandiger Arsch, wie ich zugeben muss, und flach noch dazu. Die Insel Rügen ist wohl eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen.. und solange man nicht hier wohnen muss ist diese natürliche Idylle wohl wirklich herrlich und jeden Urlaubstag wert. Das beschauliche Leben, dass die Leute hier führen, erinnert an Bilderbuchgeschichten, Skandale gibts hier nur hinter vorgehaltener Hand und die Ruhe wird hier wohl nie gestört. Alles in allem wirklich ein fleckchen Erde, dass ich rein theoretisch ganz schön finde. Wäre da nicht ein Mietvertrag, der aus Urlaub Arbeit und aus Entspannung Anspannung werden lässt. Mal ganz ehrlich, wer will schon immer in Ruhe und Friedlichkeit leben? Ich glaube keiner in meinem Alter :)
Und so nahm die ganze Geschichte ihren Lauf... im letzten Jahr hab ich begonnen, mir ernsthaft Gedanken um meine Zukunft zu machen.. und habe begonnen, Bewerbungen zu schreiben. der Beruf stand schon lange fest, ins Hotel wollte ich schon immer. Aber in welches? Auf meiner Liste standen wohl die bekanntesten Hotels Deutschlands und so kam ich anfang Juni nach Rügen, um ein Bewerbungsgespräch zu bestreiten. Erfolgreich. Der Vertrag war schnell unterschrieben und ich auch genauso schnell umgezogen. Und jetzt wohne ich nicht mehr im grünen Herzen Deutschlands, sondern im letzten zipfel besagten Landes. Meine wg ist, zur zeit noch, eine beschauliche kleine männer-wg, was sich aber ändern wird, recht bald sogar. Aber zur zeit, wie gesagt, männer wg. Ich schwul, er hetero, also könnte man sagen wir sind bi..
Von meinem neuen Hotel hab ich bisher zwar nur die Räume gesehen, die jeder am liebsten alleine besucht, aber das wird sich auch ändern.
Ändern.. Veränderung.. Worte, die ich in letzter zeit recht häufig verwendet habe. Und es hat sich viel geändert.. ich bin umgezogen, habe menschen verlassen, neue leute kennengelernt und bin jetzt in der Phase, mein Leben zu ändern. Das beginnt mit der eigenen Wohnung, die jetzt, nach einigen Malerarbeiten recht passabel aussieht. Es gibt so viele Dinge, die auf einen einstürzen, dass man sich manchmal wünscht, einfach nur aufzuwachen, zu wissen 'ich träume nur' und dann aufzustehen, dass man immer noch im heimischen Zimmer ist, die Famile wartet und es ein ganz normaler Tag werden wird, ohne Überraschungen. Leider ist es nicht so. Obwohl ich ja glaube, leider ist das falsche Wort. Denn was ist das Leben schon ohne Veränderungen? Ein immerwährend gleiches Schema, dass einfach abläuft, ohne jemals hinterfragt zu werden und dass jeden in die Rolle zwingt, die er eben zu spielen hat. Sei das der nette Bruder, der gehorsame Sohn, der fürsorgliche Freund oder was auch immer.. eben in die Rolle, die verlangt wird und die man sich ganz unterbewusst auch selbst gibt.
Aber wenn man dann einmal weg ist, dann merkt man auch, dass diese Sicherheit, die einem diese Rolle gegeben hat, fehlt. Kein zweites netz mehr, kein doppelter Boden, der einen bei einem Fall vor dem ende bewahrt. Ab jetzt stirbt sozusagen jeder für sich alleine. Und hier kommen dann wohl die wichtigsten Menschen im Leben auf die Bildfläche. Freunde. Und hier muss ich Euripides dann Recht zusprechen, keiner weiß es besser als deine eigenen Freunde.. Leute, die dich ewig kennen, die wissen wann sie den Mund halten müsen, wann sie laut aufschreien müssen und dir mal ordentlich den Kopf waschen können, solltest du in Selbstmitleid versinken und anfangen, zu verzweifeln. Ich will nicht sagen dass ich verzweifle, hier auf meiner Insel, aber es ist ein so unbeschreibbares Gefühl der inneren Unruhe in mir, dass ich nicht begreifen kann und dass für Außenstehende wohl wie Verzweiflung aussehen mag, sollte ich irgendeinem dieser Inseldeppen, verzeiht den Ausdruck, mal Einblick in meine Gefühlswelt geben.