Pimp your life.

Manchmal glaube ich, dass mein Leben eine bizarre Reality-Show ist, die auf irgendeinem Planeten täglich im Vorabendprogramm ausgestrahlt wird. Dass wir Menschen einfach nur hier sind, um eine fremde Rasse merkwürdiger Aliens irgendwo da draußen vorzüglich zu unterhalten. Dass wir nichts weiter sind als kleine große Helden, die jeden Tag aufs Neue versuchen, den heutigen Tag zum schönsten unseres Lebens zu machen. Und das bloß, um irgendeinem Spiegelbild dort draußen zu zeigen, wozu wir alles fähig sind. Vielleicht hat sich ein sehr kreativer Mensch auf eben erwähntem Planeten sogar alles auch einfach nur ausgedacht und wir sind sein Drehbuch. Eigentlich ein tröstlicher Gedanke – denn wenn alles vorherbestimmt ist, kann auch eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen (zumindest denke ich, etwas derartiges gelesen zu haben), dass unsere Entscheidungen schon Sekundenbruchteile, bevor sie in unser Bewusstsein schießen, getroffen werden. Der freie Wille hat auf den Verstand also vermutlich gar nicht so viel Einfluss, wie man selbst das gerne hätte. Finde ich McDonalds also nur deshalb besser als BurgerKing, weil es für mich schon irgendwo vorbestimmt ist? Kenne ich vielleicht nur deshalb sämtliche Britney-Spears Songs auswendig, weil es irgendwann einmal irgendwer so wollte?

Wer aber bringt uns dann jeden Tag aufs neue dazu, die Wärme unsere Bettes zu verlassen um uns immer wieder in den täglichen Irrsinn voller Pfützen, Steinen und Ameisenhaufen zu stürzen, um uns von cholerischen Chefs an maulen oder von roten Ampeln Lebenszeit stehlen zu lassen? Immer mit einem undefinierten Ziel vor Augen. Wieso versuchen wir täglich, gerade den heutigen Tag zum schönsten unseres Lebens zu machen, und jeden Abend vor dem Einschlafen zu hoffen, dass Morgen vielleicht doch noch ein bisschen besser wird?

Wie kommt es, dass wir alle auf der Suche sind, aber doch eigentlich gar nicht so genau wissen, wonach? Immer streben wir nach dem besseren Job, nach dem nächsten Abschluss, nach dem Haus, nach dem Urlaub, nach dem süßen Hintern dort vorne – und wissen doch eigentlich gar nicht genau, warum. Denn dann geht alles bloß weiter, fängt von vorne an, steigert sich, oder verschwindet ganz einfach. Und am Ende stehen wir wieder dort, wo alles angefangen hat. Sind immer noch wir selbst, haben uns verändert, sind gewachsen, sind gescheitert, sind geflogen, sind gestrandet, und fangen einfach wieder von vorne an. Denn morgen könnte der schönste Tag unseres Lebens sein.